Ingrid Holzschuh

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Kunsthistorikerin


Aktuelles

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Bild © Az W

Eröffnung Ausstellung

Roland Rainer. (Un)Umstritten

Neue Erkenntnisse zum Werk (1936-1963)

Ausstellung im Architekturzentrum Wien (Az W)

Eröffnung: Freitag, 19.10.2018, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 20.10. bis 10.12.2018

Kuratiert von Ingrid Holzschuh, Monika Platzer und Waltraud Indrist

Spätestens seit der von der Stadt Wien in Auftrag gegebenen Studie über personenbezogene Strassennamen, worin der Roland-Rainer-Platz als "Fall mit Diskussionsbedarf" eingestuft wurde, traten Fragen zu den biografischen Selbstauslassungen des Architekten in Bezug zur NS-Zeit auf. Symposium Roland Rainer (1910-2004) zählt zu den bedeutendsten österreichischen Architekt*innen des 20. Jahrhunderts. Seine Bauten sind Identitätsträger für ein modernes und demokratisches Österreich. Rainers Siedlungskonzept für die gegliederte und aufgelockerte Stadt, in Ansätzen realisiert am Mauerberg in Wien (1962-1963) und in Puchenau bei Linz (ab 1963), gilt bis heute als wichtiges Modell für den verdichteten Wohnbau. In der NS-Zeit eignete sich Rainer in der Deutschen Akademie für Städtebau, Reichs- und Landesplanung das Wissen der städtebaulichen Grundlagenforschung an, das ihm nach 1945 als Basis für eine Reihe von theoretischen Publikationen diente. Die Kontinuität der Konzepte im Werk Rainers und seine berufliche Karriere verweisen auf seine Anpassungsfähigkeit an die verschiedenen politischen Systeme. In Publikationen und Texten von und über Rainer wurde bisher die NS-Zeit aber ausgeklammert. Die Übernahme des Nachlasses in die Sammlung des Az W 2015 gab Anlass, sein Oeuvre und seine Biografie neu zu befragen. Im SammlungsLab #3 werden nun in Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste Wien die ersten Ergebnisse einer im In- und Ausland erfolgten umfassenden Archivrecherche präsentiert und zur Diskussion gestellt. Im Rahmen der Ausstellung ,Roland Rainer. (Un)Umstritten. Neue Erkenntnisse zum Werk (1936-1963)'


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Bild © Az W

Symposium

Roland Rainer im Kontext

Neue Erkenntnisse zum Werk (1936-1963)

Symposium im Architekturzentrum Wien (Az W)

Samstag, 20.10.2018, 09:30-20:00 Uhr

Konzept: Ingrid Holzschuh und Monika Platzer

Um die gegenwärtige Gestaltung und die heutige politische Funktion von Stadt begreifen zu können, ist es unabdingbar, die historischen Voraussetzungen zu kennen und die Entwicklungen im historischen Kontext zu verstehen.

Der Architekt und Stadtplaner Roland Rainer hat die Entwicklung Wiens und der österreichischen Architektur nachhaltig beeinflusst. Seine zielstrebig verfolgte berufliche Vita unter den wechselnden politischen Verhältnissen bezeugt eine Elastizität und Anpassungswilligkeit, welche nicht unhinterfragt bleiben soll. Aufgrund seiner persönlichen und beruflichen Vernetzung muss sein Leben und Werk über die Grenzen Österreichs im europäischen Umfeld betrachtet werden. Die auf diesem Forschungsgebiet ausgewiesenen Wissenschaftler*innen leisten beim Symposium ,Roland Rainer im Kontext' einen wichtigen Beitrag, um Rainers Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus sowie nach 1945 in einen überregionalen und transnationalen Zusammenhang zu stellen. Ebenso sind der Handlungsspielraum und die gesellschaftspolitische Verantwortung Rainers und damit stellvertretend des Berufsstandes der Architekt*innen zu thematisieren. Sowohl seine biografischen Verflechtungen mit dem Netzwerk der Architekten Hitlers und den späteren deutschen Stadtplanern des Wiederaufbaus als auch die Kontinuität seiner Planungskonzepte vor und nach 1945 gilt es aufzuspüren. Dabei ist vor allem die politische Dimension von Leitbildern der Stadtplanung bei der Demokratisierung nach 1945 neu zu beleuchten.